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Diagnose

Der Therapeut erfragt zunächst in einer ausführlichen Anamnese alle körperlichen, emotionalen und geistigen Symptome des Patienten. Gleichzeitig gewinnt er durch andere diagnostische Methoden, wie Betrachtung von Zunge oder Erscheinung des Patienten, sowie Ertasten der Pulsqualität und des Bauches weitere wertvolle Hinweise. Danach wendet er die medizinischen Theorien zur Differenzierung von Krankheitsbildern an, wie die Lehren der fünf Wandlungsphasen, der inneren Organe oder der Leitbahnen, um zu einer Diagnose des Ungleichgewichtes und einer passenden Behandlungsstrategie zu kommen. Nach Formulierung dieser Behandlungsstrategie wird nun ein passendes Rezept zusammengestellt. Dies bedeutet in der Akupunktur eine individuelle Punktkombination, bei der Arzneimitteltherapie eine Rezeptur aus verschiedenen pflanzlichen, mineralischen oder seltener auch tierischen Bestandteilen.

Die Behandlung

Vorteil der umfassenden Herangehensweise der chinesischen Medizin ist, dass der Patient in seiner ganzen Individualität wahrgenommen wird und entsprechend behandelt werden kann. Bei richtiger Anwendung kann die chinesische Medizin bei vielerlei Krankheiten und Leiden äußerst effektiv sein. Der Therapeut passt während der Behandlung die verschiedenen Therapieverfahren an das Krankheitsbild des Patienten an. Generell gilt:
Je chronischer und komplexer das Krankheitsbild, desto länger die zu erwartende Behandlung. Bei akuten oder einfachen Krankheiten kann oft schon nach wenigen Akupunktursitzungen oder kurzer Arzneimitteleinnahme eine grundlegende Verbesserung oder Heilung erreicht werden, während bei sehr chronischen Geschehen meist ein längerer Behandlungszyklus vonnöten ist.

Akupunktur

Für die Akupunktur ist die Theorie der Leitbahnen eine der wichtigsten. Laut dieser ist unser Körper von der Oberfläche bis in die Tiefe durchdrungen von Kanälen, in denen die Substanzen des Lebens zirkulieren, und die sich an der Oberfläche in die Akupunkturpunkte öffnen. Durch Stimulation dieser Punkte können nun diese Substanzen und damit verschiedenste Aspekte des Körpers wie Haut, Muskeln, innere Organe, oder auch der Geist beeinflusst werden. Bei der Behandlung Erwachsener kommen meist einige wenige Nadeln zum Einsatz, bei besonders empfindlichen Patienten und Kindern können die Punkte mit dem Laser stimuliert werden.

Weitere Verfahren

In der Praxis werden neben Akupunktur und Arzneimitteltherapie oft noch folgende ergänzende Therapieverfahren angewandt: Bei der Moxibustion erwärmt man Akupunkturpunkte durch Abbrennen von Beifuß (Artemisia vulgaris), um einen stärkenden, wärmenden Effekt zu erreichen. Ferner können einzelne Körperareale durch Schröpfen oder Gua Sha (Schaben mit speziellen Instrumenten) behandelt werden, um Organsysteme zu beeinflussen, Schlackenstoffe zu lösen und Schmerzen und Verspannungen zu beseitigen. Die chinesische Diätetik kann begleitend zur Behandlung mit Akupunktur oder Arzneimitteln zum Einsatz kommen. Auch hier wird bei Bedarf ein individueller Diätplan gemäß Konstitution und Krankheitsbild des Patienten erstellt.

Arzneimitteltherapie

Die Arzneimitteltherapie bildet das Rückgrat der traditionellen chinesischen inneren Medizin, Gynäkologie und Dermatologie. Pflanzliche, mineralische, gelegentlich auch tierische Arzneien werden hierbei als Abkochung, Pillen oder Granulat eingenommen. Für die Behandlung von Kindern sind wässrige Kräuterauszüge in Tropfenform besonders geeignet.

Anwendungsgebiete

Die chinesische Medizin ist für die Behandlung von vielerlei Beschwerden geeignet. Während meiner Lehrzeit in China konnte ich besonders im Bereich gynäkologischer Krankheiten, Atemwegserkrankungen und Beschwerden des Verdauungsapparates Erfahrungen sammeln. Jedoch auch bei Schmerzen und Hauterkrankungen zeigt die chinesische Medizin oft sehr gute Erfolge. Im Folgenden sind einige Beispiele für Anwendungsgebiete der chinesischen Medizin aufgeführt:

• Schmerzen von Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule, Ischialgie • Arthrosen • Kopfschmerz, Migräne • Neuralgien • Funktionelle Herzerkrankungen • allgemeine Durchblutungsstörungen, Varikosis • Oesophagitis, Gastritis • Reizdarm, Obstipation, Diarrhoe • Schluckauf • Funktionelle Störungen des Urogenitaltraktes, Reizblase • Dysmenorrhö, prämenstruelles Syndrom, funktionelle Zyklusstörungen • Beschwerden der Wechseljahre • Fertilitätsstörungen • Heuschnupfen • Erkältungen, Sinusitis, Infektanfälligkeit • Bronchitis, Asthma bronchiale • Schwindel, Tinnitus • Neurodermitis, Urtikaria • Akne • Psoriasis • Schlafstörungen, depressive Verstimmung • Erschöpfungszustände • Übergewicht • Raucherentwöhnung •

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